• // Welcome to Yazd

Welcome to Yazd


Der erste Empfang in Yazd war herzlich. Nicht nur der Taxifahrer, welcher mich vom außerhalb der Stadt gelegenen Busterminal in die Stadt fuhr, begrüßte mich sehr herzlich (…und nein, ich habe einen fairen Preis bezahlt und auch kein Trinkgeld gegeben), auch der Empfang meines Gastgebers im Yazd Backpacker Hostel war sehr freundlich.

Da ich bereits am frühen Donnerstagnachmittag (26.04.18) in Yazd angekommen bin, blieb noch Zeit für einen kurzen Rundgang durch die Altstadt, um bereits einen kleinen Überblick und Eindruck von dieser Stadt zu erhalten.

Mein erster Eindruck von dieser Stadt festigte sich in den kommenden Tagen immer mehr. Yazd ist mein bisheriger Favorit unter den iranischen Städten. Nicht zu klein, nicht zu groß, sehr entspannt und fußläufig sehr gut zu bewältigen.

Gerade die Altstadt mit Ihren vielen verwinkelten schmalen Gassen und Gängen, durch die man entspannt schlendern kann und die mit Stroh und Lehm verputzten Häuser bewundern darf, fasziniert mich immer wieder neu. Jedoch anscheinend nicht nur mich, denn auch die UNESCO weiß diesen Ort zu würdigen und setzte die Altstadt im Jahr 2017 auf ihre Liste des Weltkulturerbes.

Bereits am ersten Tag fand ich in der Altstadt mein Lieblingsrestaurant /-café. Das Café Nardoon befindet sich im Herzen der Altstadt und hat eine sehr hübsche Dachterrasse. Der Blick über die Dächer der Stadt, mit ihren vielen Windtürmen, ist bereits alleine einen Besuch wert. Neben dem sehr lohnenswerten Ausblick, bietet das Nardoon sehr leckere (ausschließlich) vegetarische Speisen, hausgemachte Limonaden und frische Säfte für einen fairen Preis. Sehr stylisch und mit Liebe zum Detail ist auch die handgemalte Speisekarte. Mein absoluter „Happy Place“ in Yazd!

Meine Unterkunft (Yazd Backpacker Hostel) bot mir ein sauberes und mit 20 € die Nacht recht günstiges Zimmer an.

Neben der Zimmervermietung bot das Hostel auch Touren in das Umland von Yazd an. Für eine dieser Touren habe ich mich am Freitag (27.04.18) angemeldet.

Um 08:30 Uhr ging es los in Richtung Karanagh (eine verlassene und dem Verfall überlassene Stadt aus Lehm und Stroh).

Im Anschluss ging es weiter nach Chak Chak (eine in einen Berg gebaute Tempelanlage in der Wüste)

Zum Abschluss besuchten wir die Stadt Meybod. Hier gab es einen nicht mehr genutzten Taubenturm. In diesen Türmen nisteten sich die Vögel in kleine Wandvertiefungen ein. Der von den Vögeln hinterlassene Kot wurde regelmäßig aus den Nistplätzen „geerntet“, um die diversen Wassermelonenfelder rund um die Stadt zu düngen. Diese Art der Düngergewinnung wurde mit dem Einsatz von Kunstdünger jedoch überflüssig. Der besichtigte Turm wurde saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Spiel von Licht und Schatten empfand ich aus fotografischer Sicht als sehr spannend.

Für ca. 25 € fast einen ganzen Tag durch die Gegend gefahren und bespaßt zu werden ist preislich schon ok.

Leider erhielt ich an diesem Abend aber auch eine sehr traurige Nachricht aus Deutschland. In einem Telefonat mit meinem Bruder musste ich erfahren, dass mein Opa, nach langer Krankheit, am Freitagmorgen verstorben war. Da ich bereits befürchtete, dass er während meiner Abwesenheit versterben könnte, habe ich mich kurz vor meiner Abreise bereits von ihm verabschiedet. Nichts desto trotz traf mich diese Nachricht sehr hart. Das es dann auf einmal doch so plötzlich passiert, damit habe ich nicht gerechnet.

Die kommenden Tage liefen sehr gedämpft ab. Ich lief viel durch die Stadt und dachte über meinen Opa und die Zeiten die wir hatten nach.

Am Sonntag (29.04.18) reiste ich von Yazd in das ca. 240 Kilometer entfernte Varzaneh.

Varzaneh ist ein sehr kleiner Ort zwischen Yazd und Isfahan. Auf diesen Ort bin ich durch einen Reiseblog namens alltheplaces.net aufmerksam geworden, welcher diesen als sehr ursprünglich und (noch) nicht vom Massentourismus überlaufen beschreibt. In meinem Lonely Planet ist dieser Ort nicht gelistet. Hier soll man jedoch einen wunderschönen Sonnenuntergang in der Wüste erleben könne.