• // Sunset in the Desert

Varzaneh – Der Sonnenuntergang in der Wüste


Wie ich bereits in meinem Beitrag „Welcome to Yazd“ erwähnt habe, bin ich auf den kleinen Ort Varzaneh durch den deutschen Reiseblog alltheplaces.net aufmerksam geworden. Was ich dort über die Gastfreundlichkeit der Dorfbewohner und den unglaublich schönen Sonnenuntergang in den Sanddünen vor den Toren der Stadt gelesen und auf Fotos gesehen habe, hat mich sehr neugierig gemacht.

An meinem vorletzten Tag in Yazd schaute ich mir das kleine Örtchen auf Google Maps an und suchte auf diese Art und Weise auch nach einer Unterkunft für die geplanten zwei Übernachtungen. Da es in dem Ort nur vier Guesthouses gibt, fiel die Entscheidung relativ schnell auf das „Varzaneh Traditional Guesthouse“ von Ahmad Shahbaz. Dieses sah auf den Fotos sehr gut aus und schnitt auf verschiedenen Bewertungsportalen auch sehr gut ab.

Ich kontaktierte Ahmad noch am selben Abend per E-Mail und per Telefon, um den Trip nach Varzaneh für den kommenden Tag klar zu machen. Einige E-Mails und SMS später waren Ahmed und ich uns einig. Einzelzimmer mit Bad inkl. Frühstück für 13 €. Top! Da kann man nicht meckern.

Nachdem ich mit Ahmad klar war, benötigte ich noch ein Transportmittel, was mich dort hinbringt. Mein Gastgeber vom „Yazd Backpacker Hostel“ riet mir dazu, mit einem Taxi zu fahren. Sicherlich nicht die günstigste Variante, aber, mit 33 € für eine Strecke von immerhin 240 Kilometer (one way), auch nicht gerade überteuert. Den Fahrer organisierte mir freundlicherweise das „Yazd Backpacker Hostel“.

Somit ging es am darauffolgenden Sonntag (29.04.18) um 11:30 Uhr in Richtung Varzaneh.

Nach einer etwas eintönigen Autofahrt durch wüstenähnliche Landschaften kam ich schließlich um ca. 15:30 Uhr in Ahmads „Varzaneh Traditional Guesthouse“ an. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb allerdings nicht. Nach meiner Ankunft und einer leckeren Tasse Tee, wurde ich auch direkt eingeladen an einem Ausflug zu dem vor der Stadt befindlichen Salzsee und den in der Nähe befindlichen Sanddünen teilzunehmen.

Ich war anfangs mit diesem Angebot etwas überfordert, da die Tour bereits eine halbe Stunde nach meiner Ankunft (also um 16:00 Uhr) startete. Zwei Minuten später tauchten auf einmal Thorsten & Pauline im Innenhof des Guesthouses auf. Ein deutsches Pärchen aus Hamburg, was ich in Kashan kurz kennenlernen durfte. Die Verwunderung war groß, weil ich nicht damit gerechnet habe die Beiden nochmal wiederzusehen. Da sich die Beiden ebenfalls für die Tour angemeldet haben, animierten sie mich mitzukommen. Letztendlich sagte ich zu, schnappte mir meine Sachen und dann ging es auch schon los. Eine Entscheidung die ich im Nachhinein betrachtet nicht eine Sekunde bereue.

Auch mit unserem Fahrer hatten wir sehr viel Glück. Mit Mohammed (ich hoffe die Schreibweise deines Namens ist richtig) hatten wir einen anfangs etwas schüchtern zurückhaltenden, aber sehr sehr netten englischsprachigen Guide, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand.

Den zuerst angefahrenen Salzsee fand ich nicht so spektakulär. Dies lag allerdings wohl daran, dass auf dem ganzen See eine knöcheltiefe Wasserschicht stand. Laut Mohammed hat es bis vor kurzem stark geregnet, sodass das Regenwasser noch nicht vollständig verdunsten konnte. Somit bekamen wir die normalerweise strahlendweiße Oberfläche leider nicht zu sehen.

Was danach kam, war die Reise nach Varzaneh bereits mehr als wert! Wir hielten an ca. 20 – 30 Meter hohen Sanddünen, welche sich links und rechts der Straße auftürmten. Von der Spitze dieser Dünen konnten wir den langsam bevorstehenden Sonnenuntergang beobachten. Ein absolut atemberaubender Anblick. Zu sehen, wie das schwindende Licht die harten Schattenkanten an den Dünenkämmen immer weicher werden lässt und die ganze Umgebung in leuchtendem Gelb erglüht. Dazu noch diese absolute Stille. Der Wahnsinn! Der geilste Sonnenuntergang EVER!!!

Am Montagmorgen (30.04.18) lernte ich im Guesthouse dann auch Karl kennen, der sich am Vortag für eine andere Tour entschieden hatte. Karl ist ebenfalls 35 Jahre alt, kommt aus München und ist auch alleine unterwegs. Da Thorsten & Pauline bereits nach Yazd weiterreisten, verbrachten Karl und ich die Zeit damit die Stadt zu erkunden und später den Tag im Guesthouse bei ein paar Tassen Tee und einem leckeren Abendessen von Ahmads Frau ausklingen zu lassen.

Am darauf folgenden Dienstag (01.05.18) packten auch wir unsere Sachen und reisten weiter. Für Karl ging es nach Yazd und für mich per Autobus nochmal für eine Nacht zurück nach Isfahan, um von dort am Mittwochabend (02.05.18) mit einem Nachtbus nach Rascht am Kaspischen Meer weiterzureisen.

Die Menschen in Varzaneh waren bisher die freundlichsten auf meiner Reise!

Beide Daumen hoch für Varzaneh. Auf das die Einwohner von Varzaneh, selbst bei steigenden Touristenzahlen, sich ihren Charme, ihre Gelassenheit und ihre Herzlichkeit auch zukünftig erhalten können.

Zu guter Letzt nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an Mohammed (ich weiß, dass du das hier liest und ich hoffe, dass der Google Translator dir eine gute Übersetzung liefert) und auch an Ahmed (Besitzer des „Varzaneh Traditional Guesthouse“) für eure Hilfe und eure Gastfreundschaft.