• // See you in Iran

See you in Iran


Die Zeit im Iran neigt sich dem Ende. Montagmorgen (14.05.18) fliege ich mit Aeroflot von Teheran über Moskau nach Havanna.

Ich denke, es ist Zeit für ein kleines Fazit zum Iran als Reiseland.

Kurz und knapp: Ich mag dieses Land und seine Menschen!

Meine anfänglichen Vorurteile, was beispielsweise die Sicherheit angeht, lösten sich bereits nach kürzester Zeit vollständig in Luft auf. Angst um mein Eigentum, aber auch so etwas wie Boshaftigkeit oder aggressives Verhalten habe ich in diesem Land nicht ein einziges Mal erlebt.

Sicherlich gibt es hier vermehrter brenzlige Situation im Straßenverkehr, als es vielleicht in Deutschland der Fall ist. Aber dies ist eher dem täglichen Verkehrschaos geschuldet, welches, gerade in Teheran, unter der Woche im wahrsten Sinne des Wortes „atemberaubende“ Ausmaße annimmt.

Als Fußgänger hat man hier kein leichtes Leben. Wenn du eine Straße überqueren möchtest, kannst du hier sehr sehr lange darauf warten, dass sich eine Lücke in dem nicht enden wollenden Strom aus Autos, Bussen und Moppeds auftut. Ampeln gibt es zwar, sie werden aber in der Regel ignoriert.

Als Fußgänger gehst du einfach drauf los. Entscheidend dabei … langsam gehen, nicht rennen und keine Panik oder hektische Bewegungen. Hierdurch haben alle anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer ausreichend Zeit zu reagieren und dir auszuweichen. Manchmal wird es zwar auch dabei etwas eng (einmal wurde ich von einem Außenspiegel am Rucksack gestreift), aber zu 99 % funktioniert das sehr gut.

Wen mich jemand fragt, was mir vom Iran am ehesten in Erinnerung bleiben wird, wäre meine Antwort „Die Menschen“. Herzliche, offene und hilfsbereite Menschen, welche mich mit Problemen nicht alleine ließen und alles dafür taten, diese Probleme mit mir zusammen zu lösen. Öfters kamen auch Leute auf mich zu, die sich einfach gerne mal ein paar Minuten mit mir unterhalten wollten, um zu hören wie es mir geht und wie es in meiner Heimat so läuft.

Neben diesen so herzlichen Menschen, hat der Iran landschaftlich und kulturell ebenfalls enorm viel zu bieten. Direkt vor den Toren Teherans liegt beispielsweise das Elburs-Gebirge. Hier kannst du bis in den Mai hinein Skilaufen. Wenn du es lieber wärmer magst, kannst du ein paar hundert Kilometer weiter südlich, in der Wüste mit dem Sandboard eine der großen Sanddünen herunterfahren, oder einfach nur den Sonnenuntergang und die Ruhe genießen.

Auch Architekturbegeisterte kommen hier voll auf ihre Kosten. In Kashan traf ich beispielsweise Henry, ein indonesischer Architekt, welcher zehn Jahre in New York gelebt und gearbeitet hat. Henry schwärmte von der iranisch / persischen Baukunst und von der Filigranität, mit der beispielsweise die in Kashan befindlichen historischen alten Herrenhäuser und Moscheen erbaut wurden.

Leider habe ich, trotz meiner 26 Tage, nur einen kleinen Bruchteil dieses schönen Landes gesehen.

Vielleicht fehlte mir auch das ein oder andere Mal der Mut, mich einfach mal in den Bus oder das Taxi zu setzen und in eine Gegend des Landes zu fahren, welche verkehrstechnisch und touristisch nicht so gut erschlossen und in den einschlägigen Reiseführern nicht gelistet ist, wie die von mir bereiste „typische“ Touristenroute.

Daran möchte und muss ich definitiv noch arbeiten, um in den nächsten Monaten etwas mehr aus meiner Komfortzone herauszukommen und vielleicht auch mal Dinge zu sehen und Momente zu erleben, welche einen Reisenden von einem Touristen unterscheiden.

Im Iran ist mir dies leider noch nicht so richtig geglückt. Allerdings lässt dieser Umstand auch Platz für viele neue Eindrücke und Erfahrungen bei einem weiteren Besuch in diesem Land (vielleicht bereits im kommenden Jahr 2019).

Zum Abschluss hier nochmal zusammengefasst die Städte, welche ich in meiner Zeit im Iran bereist habe:

  1. Teheran (19.04.18 – 22.04.18)
  2. Kashan (22.04.18 – 23.04.18)
  3. Isfahan (23.04.18 – 26.04.18)
  4. Yazd (26.04.18 – 29.04.18)
  5. Varzahne (29.04.18 – 01.05.18)
  6. Isfahan (01.05.18 – 02.05.18)
  7. Rascht (03.05.18 – 04.05.18)
  8. Qashvin / Alamut Tal (04.05.18 – 07.05.18)
  9. Kashan (07.05.18 – 10.05.18)
  10. Teheran (10.05.18 – 14.05.18)

Die gesamte Reise im Iran (Unterkünfte, Essen, Transport im Land, Touren, Eintritt in Sehenswürdigkeiten) hat mich ziemlich genau 1.300 Euro gekostet. Damit habe ich mein Tagesbudget eingehalten. Potenzial zum Sparen hätte es allerdings sicherlich noch beim Essen, aber auch bei den Unterkünften gegeben.

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Blogposts über meine Reise durch den Iran dem ein oder anderen ein paar Ängste oder Vorurteile nehmen. Seid offen für dieses Land und vor allen Dingen für seine Menschen. Sie haben es sich definitiv verdient! Wer Lust hat mal etwas anderes als Spanien oder Griechenland zu sehen und zu erleben … dann auf in den Iran!

„Thumps up“ für den Iran!