• // Roadtrip Kanada

Roadtrip Kanada


Über die Hälfte unserer Rundreise ist vorbei, unser Mietwagen hat 4.000 Kilometer mehr auf dem Tacho und wir sind bereits um unzählige Eindrücke reicher. Viele Tage sind so ereignisreich, dass wir bereits öfters das Gefühl hatten, schon seit Wochen unterwegs zu sein. Ein schönes Gefühl, was uns signalisiert angekommen zu sein.

In unseren bisherigen zwei Wochen unserer Reise führte unsere Route ohne Umwege heraus aus Vancouver in Richtung Nordost. Das erste größere Etappenziel war am 16.09.18 der Jasper Nationalpark, welcher mit einer Fläche von ca. 10.800 Quadratkilometern zwar größer ist als der direkt angrenzende Banff Nationalpark (ca. 6.600 Quadratkilometer Fläche), jedoch angeblich etwas weniger touristische Aufmerksamkeit erfährt.

Als Geheimtipp kann man diesen Park jedoch auf keinen Fall bezeichnen.

Das merkt man dann auch sehr schnell an den Hotelpreisen im Hauptort des Nationalparks, welcher ebenfalls den Namen Jasper trägt. Hier hat unser mittelmäßiges Hotelzimmer (siehe Foto) mit 220€ auch mal ganz locker unser Tagesbudget zum Explodieren gebracht.

Um nicht bereits am Anfang unserer Reise ein fettes Minus in unserer Reisekasse vor uns herzuschieben, haben wir uns für die folgende Nacht in ein ca. 40 Fahrminuten entferntes Hotel außerhalb des Nationalparks eingebucht. Nicht so zentral gelegen wie vorher, aber dafür deutlich preiswerter.

Den Park selbst erkundeten wir in zwei Tageswanderungen und diverse Besichtigungstouren mit dem Auto.

Am 18.09.18 fuhren wir schließlich vom Jasper Nationalpark in den nahtlos angrenzenden Banff Nationalpark.

Über den Icefields Parkway (eine ca. 230 Kilometer lange Panoramastraße durch die kanadischen Rocky Mountains) ging es südlich in Richtung Banff (gleichnamiger Hauptort im Banff Nationalpark). Eine der landschaftlich spektakulärsten Straßen die wir bis jetzt gefahren sind.

Nach unseren Erfahrungen mit den Hotelpreisen im Jasper Nationalpark waren wir ja bereits vorgewarnt und buchten kein Zimmer im Hauptort Banff. Wie sich später herausstellte, eine gute Entscheidung.

Mit unserer Unterkunft in dem kleinen etwas außerhalb des Nationalpark liegenden Örtchens Golden waren wir so zufrieden, dass wir unseren Aufenthalt um eine weitere Nacht verlängerten. Damit bot sich die Gelegenheit das schöne Wetter an diesem Tag nicht nur im Auto zu erleben, sondern eine Tageswanderung im ca. 70 Kilometer entfernten Glacier Nationalpark zu unternehmen.

Nach einer kurzen Recherche im Internet, entschieden wir uns für den Glacier Crest Trail. Eine Wanderung über ca. 13 Kilometer, welche uns auf eine Höhe von ca. 2.200 Meter führte. Der Aufstieg war steil und anstrengend. Die letzten 150 Höhenmeter zum Gipfel stapften wir durch knöcheltiefen Schnee. Belohnt wurden wir jedoch mit spektakulären Ausblicken auf die schneebedeckten Gipfel der umliegenden Berge und einen freien Blick auf eine Gletscherzunge ganz in der Nähe unseres Wanderweges. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis mit schönen Erinnerungen.

Vor meiner Abreise nach Kanada erfuhr ich zufällig, dass zwei meiner Arbeitskollegen zur selben Zeit in Kanada ihren Urlaub verbringen. Relativ unverbindlich verabredeten wir uns daher damals auf ein abendliches Treffen, um ein paar Bierchen zu trinken. Zu dieser Verabredung sollte es schließlich in Banff kommen. Liebe Inge, lieber Roger, es war ein sehr schöner Abend mit euch beiden! Vielen Dank dafür!

Am darauffolgenden Tag kamen wir in Calgary an. Leider hatten wir mit dem Wetter dort nicht so viel Glück wie bisher. Den ganzen Tag war es grau in grau, mit einem fiesen Nieselregen bei knapp über null Grad Celsius. Daher konnten wir Calgary leider nicht wirklich genießen und verbrachten viel Zeit zum Aufwärmen bei Starbucks und in unserem Hotel.

Um dem schlechten Wetter zu entkommen, verließen wir Calgary bereits nach einem Tag wieder und machten uns auf den Weg in die wärmste Region Kanadas, das Okanagan Valley.

Das Okanagan Valley ist durch das warme, sonnige und niederschlagsarme Klima für seinen Obst- und Weinanbau bekannt. Aus dieser Region kommen unteranderem die besten Weine des Landes. Und, was soll ich sagen, wir wurden weder vom Wetter, noch von den kulinarischen Köstlichkeiten dieser Region enttäuscht. Angenehme 22 Grad und strahlender Sonnenschein, dazu ein leckeres Glas eines hervorragenden lokalen Rotweins in der Hand. Eine sehr angenehme Art den Tag nach einer langen Autofahrt ausklingen zu lassen.

Unsere Unterkunft lag in Penticton, einem bereits etwas größerem Städtchen im Okanagan Valley. Dort blieben wir wiederum zwei Nächte (23.09. -25.09.18), um eine Tageswanderung über den Kettle Valley Rail Trail (Wanderweg auf einem ehemaligen Gleisbett einer 1989 stillgelegten Eisenbahnstrecke) zu unternehmen und anschließend noch eine Weinprobe im Weingut 8th Generation Vineyard des deutschen Winzers Christian Schales in Summerland zu genießen.

Nach einer Reifenpanne an unserem Mietwagen, fuhren wir mit etwas Verspätung am Morgen des 25.09.18 wieder zurück in Richtung Vancouver. Von dort ging es am Mittwoch (26.09.18) per Autofähre nach Vancouver Island. Diese vorgelagerte Insel ist mit ca. 31.000 Quadratkilometer in etwa so groß wie Belgien und soll landschaftlich einiges zu bieten haben.

Näheres zu Vancouver Island folgt dann im nächsten Blogpost.