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Qazvin & Alamut Valley


Qazvin ist der beste Ausgangspunkt um einen Trip in das Alamut Tal zu unternehmen. Dieses Tal bietet, laut Lonely Planet, Ausblicke auf wunderschöne Berglandschaften mit schneebedeckten Berggipfeln. Der höchste Berg in diesem Tal ist mit stolzen 4.850 Metern der Alam Kuh Mountain.

Scheint also schon etwas spektakulärer zu sein als die Berge, welche ich in meiner deutschen Heimat vor der Haustür finde. So etwas schaue ich mir doch gerne an und entschied mich ein paar Nächte in Qazvin zu verbringen, um eine Tour ins Alamut Tal zu organisieren.

Bereits in Rascht reservierte ich mir ein günstiges Zimmer in einem Hotel am Stadtrand von Qazvin. Den Standort des Hotels markierte ich mir in meiner Navigations-App auf meinem Mobiltelefon und machte mich, nachdem uns das Sammeltaxi nicht unweit des reservierten Hotels am Stadtrand rausgelassen hatte, zu Fuß auf den Weg zu diesem Hotel.

Leider musste ich bei meiner Ankunft an dem von mir markierten Punkt feststellen, dass dieses Hotel weit und breit nicht zu finden war. Auch eine Nachfrage bei einer vor Ort tätigen Autowerkstatt brachte keine neuen Erkenntnisse. Der Automechaniker sagte mir allerdings, dass es in der zweiten Querstraße links ein Hotel gibt. Er wüsste allerdings nicht, ob es das Hotel ist was ich suchte. Da es nicht all zu weit entfernt war, machte ich mich auf den Weg zu diesem Hotel. Bei dem was ich vorfand, handelte es sich nicht um das von mir reservierte Hotel. Allerdings entschied ich mich dazu einfach mal nachzufragen, ob es denn auch hier ein Zimmer für mich gibt. Und siehe da, auch hier kann ich für einen vergleichbaren Preis (18 €) nächtigen.

Was ich allerdings kurze Zeit später für den genannten Preis zu sehen bekam, ließ mich etwas an der Richtigkeit dieses Angebotes zweifeln. Man bot mir für ca. 18 € kein Zimmer, sondern eine ganze Wohnung an. Diese Wohnung beinhaltete eine Küche, ein riesiges Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, ein Kinderzimmer, ein Badezimmer und einen vom Badezimmer getrennt gehaltenen Duschraum. Um später keine bösen Überraschungen zu erleben, bezahlte ich die drei Nächte direkt im Voraus. Eine Quittung hierüber habe ich, wie im Iran eigentlich üblich, nicht erhalten. Aber hierzu später mehr.

Gut gelaunt aufgrund dieses „Schnappers“ machte ich mich auf den Weg in das Stadtzentrum. Qazvin ist auf den ersten Blick eine recht lebendige Stadt mit ein paar echt netten Cafés und Restaurants. Viele davon befinden sich in einer ehemaligen Karawanserei, welche sehr aufwendig renoviert wurde. Neben den Cafés und Restaurants, findet man dort auch viele Läden mit Kunsthandwerk und Galerien. Ein sehr netter Ort um in Ruhe den ein oder anderen Tee zu trinken und etwas zu entspannen.

Für Sonntag (06.05.18) habe ich, auf eine Empfehlung des örtlichen Tourismusbüros, eine Tagestour in das Alamut Tal gebucht.

Mein Fahrer und Guide für diese Tour war Hosein Farhady (mit seiner Firma „Gate of Alamut“) Ich kontaktierte Hosein Samstagabend per WhatsApp und wir vereinbarten, dass er mich am Sonntagmorgen um 07:30 Uhr an meiner Unterkunft abholt. Fast pünktlich ging es dann auch los in Richtung Alamut Tal. Hosein ist ein sehr netter Typ und spricht perfektes Englisch.

Die ersten Kilometer im Alamut Tal waren bereits ein erster Vorgeschmack auf die sehr beeindruckende Landschaft, welche mir Hosein an diesem Tag zeigen wird.

Diese Landschaft erinnerte mich in weiten Teilen an das, was ich bisher auf Fotos von Afghanistan gesehen habe. Schroffe Felsformationen, gelblich sandige Böden und in den Flusstälern saftiges grünes Grasland. Da mir eine Reise nach Afghanistan, aufgrund der aktuellen Sicherheitslage verwehrt bleibt, freut es mich umso mehr, etwas Vergleichbares auch hier im sicheren Iran sehen zu dürfen.

Leider waren die Lichtbedingungen zum Fotografieren zur Mittagszeit eher suboptimal. Aber ein schlechtes Foto ist immerhin besser als gar kein Foto 😉

Hosein organisierte in diesem Tal auch geführte Wanderungen (sowohl Tageswanderungen, als auch mehrtägige Wandertrips) und fixte mich während unserer Autofahrt immer wieder mit der Idee an, vielleicht im kommenden Jahr noch einmal in den Iran zu fahren und bei ihm einen mehrtägigen Wandertrip durch dieses Tal zu buchen. Dieser Gedanke muss noch etwas reifen. Marie ist jedoch bereits Feuer und Flamme für einen solchen Trip zu zweit.

Zum Mittagessen waren wir bei einem Freund von Hosein eingeladen, welcher in dem Tal (wen wundert es) eine Wandererunterkunft betreibt. Bekocht wurden wir ganz hervorragend von der Mutter des Inhabers der Unterkunft.

Nachdem wir fast einen ganzen Tag durch diese wunderschöne Landschaft gefahren sind und einige Sehenswürdigkeiten in dem Tal besucht haben, sammelten wir auf dem Rückweg noch einen anderen Touristen aus Malaysia ein, welcher gerade von einer Tageswanderung zurückkehrte und wieder nach Qazvin wollte. Ebenfalls ein sehr netter und gesprächiger Typ.

Für den nächsten Morgen hatte ich mir bereits ein Zugticket organisiert, welches mich nochmal nach Kashan bringen soll. Der Ort, an dem ich zwar bereits war, allerdings nur eine Nacht verbringen konnte.

Als ich um 06:30 Uhr bei dem Sohn der Eigentümerin meiner Unterkunft auschecken wollte, meinte dieser, ich hätte eine der drei Nächte nicht bezahlt. Da er leider kein Wort Englisch verstand und die Situation sich nicht klären ließ, musste ich leider Hosein aus dem Bett klingeln. Dieser übersetzte für mich und deeskalierte die Sache. Nochmals vielen lieben Dank dafür an Hosein. Ich weiß nicht was Hosein ihm erzählt hat, allerdings durfte ich nach diesem Telefonat dann doch gehen und das wartende Taxi in Richtung Bahnhof besteigen.

Leider ist die Dichte der englischsprachigen Iraner im Norden (zumindest in Qazvin und in Rascht) sehr sehr dünn. Das erschwerte die Verständigung ungemein.