• // Mit dem Nachtbus in den Nordiran

Mit dem Nachtbus in den Nordiran


Wie Ihr vielleicht schon in meinen vorangegangenen Blogposts gelesen habt, sind meine Transportkosten (Kosten um von einem Ort zu einem anderen Ort zu kommen) eher eine zu vernachlässigende Kostenposition in meinem Iran-Reisebudget.

Das beste Beispiel hierfür ist nun auch wieder der Preis für den Transfer von Isfahan nach Rascht (ca. 640 km / ca. 10 Stunden) per Nachtbus. Hierfür zahlte ich, inklusive eines Abendessens und einem Getränk, sensationelle 9,00 €. W.T.F. … ist das günstig.

Und wie Ihr auf den nachfolgenden Fotos erkennen könnt, kann man noch nicht einmal behaupten, dass man dafür keinen Komfort bekommt.

Wenn ich mich da an meine letzte Fahrt mit einem deutschen Reisebus erinnere, hatte ich dort vier Sitze in einer Reihe, welche sich nicht annähernd so zurückfahren ließen, dass man quasi darauf liegen konnte.

Zu der technischen Sicherheit der eingesetzten Busse kann ich leider nicht viel sagen. Mir ist jedoch aufgefallen (und der Lonely Planet bestätigte dies ebenfalls), dass die Busfahrer nach zwei bis drei Stunden an einer Polizeiwache an der Strecke anhalten müssen, um die Aufzeichnungen Ihres Fahrtenschreibers zur Kontrolle vorzulegen.

Auf dieser Reise mit dem Nachtbus bin ich jedenfalls, nach viel Musik hören und ein bisschen Schlaf, gesund und relativ munter an meinem Ziel in Rascht angekommen.

Rascht selber hatte nicht sooo viel zu bieten. Das spiegelte sich auch in dem von mir gebuchten Hotel wieder, welches für ein sehr stark abgewohntes und dreckiges Zimmer im Sixties Style einen gnadenlos überteuerten Preis verlangte.

Daher entschied ich mich auch dazu, bereits am nächsten Tag abzureisen und mir etwas Netteres zu suchen. Etwas Positives hatte Rascht dann allerdings doch noch zu bieten. Man konnte von dort ganz günstig per Taxi in das ca. 60 Kilometer entfernte Bergdorf Masuleh fahren. Masuleh ist eines der berühmtesten und angeblich schönsten Dörfer im Iran. Dementsprechend beliebt ist es auch bei vielen Iranern. Es befindet sich in einem Tal, umgeben von hohen grün bewaldeten Bergen. Eine Landschaft wie es sie auch in Bayern gibt. Auch das hätte ich im Iran wieder einmal nicht erwartet.

Nachdem ich mir die Stadt angeschaut habe, ging es per Anhalter zurück in den nächst größeren Ort. Von dort nahm ich mir ein Taxi zurück nach Rascht.

Am nächsten Morgen fuhr ich per Sammeltaxi mit zwei jungen, anscheinend etwas übernächtigten aber schmusigen Soldaten neben mir auf der Rückbank in die ca. 170 km entfernte Stadt Qazvin.

Hier habe ich mich für drei Nächte in ein Hotel etwas außerhalb der Stadt eingemietet, welches hoffentlich deutlich mehr Sauberkeit und Komfort zu einem günstigeren Preis bietet.