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High Altitude


Schön warm war es in Huacachina. Eine nächtliche Busreise und ca. 700 Kilometer weiter südlich wurde es in den Abendstunden bereits merklich frischer. Nun ja, ist halt Winter auf der Südhalbkugel.

Gelandet waren wir in Arequipa, der zweitgrößten Stadt Perus. Arequipa liegt am Fuße der Anden auf 2.335 Meter über Meeresniveau und ist für Leute die noch höher hinaus wollen ein guter Ort für eine erste Phase der Akklimatisierung.

Das Stadtzentrum steht seit dem Jahr 2000 auf der UNESCO Weltkulturerbeliste und hat kulturell und kulinarisch recht viel zu bieten. Alles in allem eine sehr nettes Städtchen, in dem wir zweieinhalb Tage (13.06.18 -15.06.18) verbracht haben.

Das von uns gebuchte Hostel quartierte uns in ein Zimmer mit einem grandiosen Ausblick auf die Stadt und den dahinter angrenzenden Vulkan Misti ein. Gratis dazu gab es bereits hier Koka-Tee in rauen Mengen! Vielen Dank dafür!

Bei unserem entspannten Sightseeing Programm schauten wir uns unteranderem ein altes nicht mehr genutztes Kloster an. Diese Klosteranlage befindet sich mitten in der Stadt und bildet quasi eine eigene Stadt in der Stadt. Ein sehr fotogener und ruhiger Ort, an dem man sich von dem draußen kontinuierlich vorhandenem Straßenlärm einen Moment erholen kann.

Nach unserem Klosterbesuch war für mich noch dringend ein Gang zum Friseur fällig. Meinen letzten mehr oder minder schönen Haarschnitt hatte ich auf Kuba erhalten. Daher wurde es nun dringend mal wieder Zeit. In einer Seitengasse fanden wir schließlich auch einen sehr netten Friseur. Der nette Herr sprach zwar nur spanisch, aber nach einer kurzen Erklärung per Gestik und Mimik, setzte er meine Wünsche sehr ordentlich und akkurat in die Tat um.

Am Freitagmittag (15.08.18) hieß es letztendlich Abschied nehmen. Um 14:00 Uhr startete unsere fast sieben stündige Busfahrt auf die Altiplano Hochebene, genauer gesagt nach Puno am Titicacasee.

Puno liegt auf einer Höhe von 3.800 Meter über Meeresniveau und es ist, mit einer Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt nachts und ca. 8 – 10 Grad Celsius tagsüber, für meinen Geschmack bitter bitter kalt.

Der Ort liegt direkt am Titicacasee. Der See ist der höchstgelegenste schiffbare See der Erde und ist ca. fünfzehnmal so groß wie der Bodensee.

Auf dieser Höhe wird die Luft zum Atmen bereits merklich dünner und die ersten Anzeichen von Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Müdigkeit und Übelkeit) machten sich bemerkbar. Während mich lediglich Kopfschmerzen wie nach einer durchzechten Nacht plagten, hatte Marie etwas mehr zu kämpfen.

Zur Linderung der Symptome der Höhenkrankheit haben wir in den folgenden Tagen noch mehr Koka-Tee getrunken.

Nachdem es uns beiden etwas besser ging, machten wir uns auf den Weg hinunter zum Hafen. Von dort aus konnte man an Bootstouren teilnehmen, welche hinaus zu den in einer Bucht vor Puno schwimmenden Schilfinseln der Uros führten. Ein nur noch kleiner Teil des Volkes der Uros lebt relativ autark auf derzeit 49 schwimmenden Inseln aus getrocknetem Schilf. Die dort lebenden Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Tourismus und dem Fischfang.

Die ersten Schritte auf dem Schilfboden waren sehr gewöhnungsbedürftig. Es lief sich ein wenig wie auf den Gummimatten, welche auf einigen Kinderspielplätzen rund um die Spielgeräte ausgelegt werden. Jeder Schritt federte nach und wenn man hüpfte, vibrierte die ganze Insel. Uns wurde erklärt, dass die Schilfschicht ca. drei Meter dick ist und kontinuierlich frisches Schilf an der Oberfläche nachgelegt wird. Es soll wohl äußerst selten passieren, dass mal jemand „durchgebrochen“ ist. Auf manchen Inseln ist es sogar möglich zu Übernachten und / oder etwas zu essen.

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Cusco, welche mit „nur noch“ 3.400 Metern etwas tiefer liegt. Das sollte gesundheitlich für uns Gringos wieder etwas angenehmer sein. Um nach Cusco zu kommen, ist jedoch ein Pass mit 4.345 Meter Höhe zu überqueren. Puh, das gibt wieder Kopfschmerzen 😉